Wie sich Kolumbien zu einer stabilen Investitionsregion entwickelt hat

Als ersten Beitrag hat HalloCasa ein Interview mit dem Direktor für Kolumbien und Venezuela bei Germany Trade & Invest geführt. Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Edwin Schuh wird darüber reden, wie sich Kolumbien zu einer stabilen Investitionsregion enwickelt hat. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland, informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Edwin Schuh International Real Estate Investment Bogotá ColombiaHalloCasa: “Guten Tag Herr Schuh. Herzlichen Dank, dass Sie sich für ein Interview mit HalloCasa Zeit genommen haben. Zur Einleitung würden wir uns freuen, wenn Sie sich vorstellen und beschreiben, wie es dazu kam, dass Sie nun in Bogotá für Germany Trade & Invest tätig sind.“

Edwin Schuh: “Herzlichen Dank. Ich freue mich, Ihnen ein Interview über diesen spannenden Markt geben zu können. Ursprünglich komme ich aus München und habe nach meinem Abitur in St. Gallen Volkswirtschaft studiert. Nun arbeite ich für die deutsche Außenwirtschafts-Förderorganisation Germany Trade and Invest in Bogotá. Nach meinem Auslandssemester an der Universidad de los Andes in Bogotá war ich faszniiert von Kolumbien und der gigantischen Stadt Bogotá. So hatte ich mich entschieden, dauerhaft in Bogotá zu leben.”

HalloCasa: “Bogotá hört sich auf den ersten Blick natürlich spannend aber auch gefährlich an. Erzählen Sie uns, wie Sie die Stadt empfinden.”

Edwin Schuh: “Bogotá ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Lebensort, da es für Ausländer hier immer aufregend ist. Die Stadt ist chaotisch und man erlebt viel. Vor allem mit etwas finanziellem Spielraum lässt es sich hier sehr gut leben. Die Stadt hat zahlreiche Parks, gute internationale Restaurants, es gibt schöne Ausflugsziele in der Umgebung, oder man gönnt sich gelegentlich einen Kurztrip in die Karibik, um etwas Sonne zu tanken.”

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HalloCasa: “Das klingt nicht direkt nach dem Bogotá, der 1980er Jahre. Es stimmt, dass Bogotá eine der inspirierendsten und originellsten Städte der Welt ist. Bogotás Straßenkunst und “Unvollkommenheit” inspiriert viele Künstler aus der ganzen Welt. Lesen Sie dazu auch gerne einen Artikel auf Reise nach Kolumbien oder schauen Sie sich unser Pinterest Brett der Straßenkunst in Bogotá an. Kommen wir von Bogotá auf Kolumbien allgemein. Sie als Experte, was meinen Sie könnte einen Europäer dazu bewegen, Geld in Kolumbien zu investieren, und noch einmal mit Blick auf die Sicherheit?”

Edwin Schuh: “Die Sicherheitslage in Kolumbien dürfte inzwischen kein Hindernis mehr sein, um als Europäer in Kolumbien zu investieren. Sie hat sich seit 2002 deutlich verbessert, vor allem in den Städten. Es gibt noch vereinzelt Guerillatruppen, jedoch befinden sich diese in weit entlegenen Landesteilen. In den Städten ist die Kriminalität so hoch wie in anderen lateinamerikanischen Städten, teilweise ist es noch sicherer, z.B. im Norden Bogotás. Ich kenne keinen Ausländer, dem hier etwas passiert ist.”

HalloCasa: “Sie haben andere lateinamerikanische Länder erwähnt. Warum ist Kolumbien ein interessanteres Investionsland als andere lateinamerikanische Länder?”

Edwin Schuh: “Kolumbien hat im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Brasilien oder dem Extremfall Venezuela eine konservative, wirtschaftsfreundliche Politik. Zudem gibt es durch den Konflikt in den 80er und 90er Jahren noch immer einen großen Nachholbedarf. Auch spielt die geografische Lage mit Anschluß sowohl an den Pazifik als auch den Atlantik eine Rolle.”

HalloCasa: “Das hört sich nach großem Potential an. Konkret betrachtet, was sehen Sie als sehr spannende Investitionsgebiete in Kolumbien momentan?”

Edwin Schuh: “Es sind hohe Investitionen im Bereich Infrastruktur geplant, wie der Bau von neuen Autobahnen und Zugstrecken, der Schiffbarmachung des Rio Magdalena und die Modernisierung von Häfen und Flughäfen. Auch wollen Städte in den öffentlichen Nahverkehr investieren, wie das Großprojekt der ersten Metrolinie für Bogotá. Das ist für deutsche Firmen sicher interessant.”

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Für Investoren bietet Kolumbien aufgrund seines großen Nachholbedarfs ein Feld, wo erprobte Geschäftsmodelle aus anderen Ländern übernommen werden können. So hat die Firma Koba International, mit Kapital aus Europa und dem Private Equity Fond Abraaj Group, in Kolumbien erfolgreich das Aldi-Discounter Modell unter dem Namen D1 eingeführt. Die Supermarktkette hat inzwischen 330 Filialen im Land. Andere interessante Möglichkeiten liegen im Online-Handel oder beispielsweise in der Eröffnung von McFit in Kolumbien. Daneben gibt es Potenzial für Investitionen im Rohstoffsektor, da weite Teile des Landes auch wegen des Guerillakonflikts noch nicht erschlossen wurden in diesem Bereich. Auch für die landwirtschaftliche Produktion besteht aufgrund des Klimas noch Potenzial, sie ist bislang nur geringfügig technologisiert.“

HalloCasa: “Ja, das stimmt, Fitnesstudios sind außerordentlich teuer hier. Bezüglich der staatlichen Investitionen in Straßen und Verkehr haben wir ein Interview mit dem Instituto de Desarrollo Urbano geplant. Kommen wir daher nun von allgemeinen Investitionen auf Immobilien. Wie haben sich die Immobilienpreise in Kolumbien zwischen 1980 und 2010 entwickelt. Gibt es dort einen klaren Trend?”

Edwin Schuh: “Das lässt sich nicht allgemein sagen. Aufgrund der großen Unsicherheit stiegen die Immobilienpreise in Kolumbien bis 2000 nicht überdurchschnittlich an. Seitdem lässt sich jedoch ein Boom beobachten, vor allem bei Luxusimmobilien. Das starke Wirtschaftswachstum, angetrieben durch den Erdölsektor und ausländischen Investitionen, ließ die Immobilienpreise in Kolumbien stark ansteigen. Auch der Zufluss von Kapital aus Venezuela und die Rückkehr wohlhabender Kolumbianer aus dem Ausland sorgten für diesen Trend. Inzwischen ist wohl vor allem im Norden Bogotás, wo sich die Immobilienpreise in den letzten zehn Jahren teilweise versechsfachten, ein Zenit erreicht. Manche sprechen bereits von einer Immobilienblase. In anderen Gegenden Bogotás ist jedoch noch Spielraum nach oben. Als Geheimtipps gelten die historischen Viertel La Candelaria und La Macarena, in welche es wieder die wohlhabendere Schicht zieht.

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In anderen Städten wie Medellin, Cali, Barranquilla oder Bucaramanga liegen die Immobilienpreise etwa 10-30% unter dem Niveau Bogotás. Hier ist wohl auch im Luxussektor noch Potenzial. Daneben bestehen in mittelgroßen Städte wie Pereira oder Santa Marta besonders gute Aussichten auf einen Anstieg der Immobilienpreise. Gerade Santa Marta wird eine ähnliche Entwicklung wie Cartagena vorausgesagt, wo durch die Sanierung der Altstadt die dortigen Immobilienpreise in den Himmel schossen.”

HalloCasa: “Der Entwicklung von Santa Marta können wir nur zustimmen. Man erkennt es kaum mit dem Santa Marta von sogar nur 4 Jahren wieder. Eine letzte Frage: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten und eine Sache in Kolumbien ändern könnten, was wäre es?”

Edwin Schuh: “Ich würde mir wünschen, dass Autofahrer in Bogotá mehr rücksicht nehmen und weniger agressiv fahren und dass rote Ampeln beachtet werden, sowie dass zweckloses Humpen bestraft wird. Abgesehen davon wünsche ich mir jeden Tag, dass ich nicht auf einen Krankenwagen angewiesen bin, denn den Notärtzen wird niemals Platz gemacht. Das ist schon etwas sehr Bestürzendes.”

HalloCasa: “Herr Schuh, wir wissen, dass Ihre Zeit knapp ist und bedanken uns herzlich für dieses informative und aufschlussreiche Interview. Dürfen wir Ihre Kontaktdaten an interessierte Leser weiterleiten, so dass diese Sie bei eventuellen Fragen kontaktieren können? Vielen Dank für das Interview.“

Edwin Schuh: “Ja, selbstverständlich. Investoren können mich gerne unter edwin.schuh@gtai.com kontaktieren. Ich danke Ihnen.”

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Über HalloCasa:

HalloCasa, der Marktplatz für internationale Immobilientransaktionen, wird von Deutschen in Bogota gegründet. Die Plattform wendet sich in erster Linie an ausländische Investoren und soll den Hauskauf für Ausländer vereinfachen. Falls Sie weitere Interviews lesen möchten, finden Sie diese hier